Das Glossar der Brauerfachausdrücke
Nachfolgend finden Sie Erklärungen der wichtigsten Begriffe, mit denen sich Brauer untereinander verständigen. Seien Sie nicht betrübt, wenn nicht jeder außerhalb einer Brauerei Ihre Sprache versteht
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A
- Abmaischen
-
Die Maische in den Läuterbottich pumpen.
- Alpha-Säure-Gehalt [g/kg]
-
Alphasäuregehalt ist die Grundlage zur Ermittlung der Bitterstoffmenge die für einen Sud erforderlich ist. Die Definition ist: [g/kg]
- Anschieben
-
in der Brauerei arbeiten
- Anstellen
-
der Anstellwürze Hefe zusetzen
- Anstelltemperarur [°C]
-
Das ist die Temperatur, die die Würze nach dem Herunterkühlen von Siedetemperatur auf gärfähige Temperatur hat. Sie wirde bei obergärigem Bier etwa 12 - 18 °C und bei untergärigem Bier etwa 6 - 8 °C betragen
- Anstellwürze [hl]
-
Als Anstellwürze [hl] bezeichnet man die Würze die nach dem Herunterkühlen auf Anstelltemperatur mit Hefe angestellt wird.
- Aufziehen
-
Belüften und gleichzeitige Vermischung der Hefe mit Würze beim Anstellen. Wird in der Anfangsphase der Gärung mehrmals wiederholt.
- Ausschlagbottich
-
Offener oder geschlossener Behälter, meist mit einer Kühlschlange versehen in Sudgröße.
- Ausschlagen
-
ausschlagen nach Kochende der Würze im Sudhaus heißt, daß die fertig gekochte Würze (Ausschlagwürze) in die Würze-Kühlabteilung gepumpt wird.
- Ausschlagwürze [hl]
-
Im Sudhaus fertig gekochte Würze die auf einen bestimmten Extraktgehalt [%] eingekocht ist.
- Austrebern
-
die Treber aus dem Läuterbottich entfernen.
B
- Bruch
-
Die beim Würzekochen koagulierten Eiweißstoffe.der Bruch ist gut, wenn sich die Würze nach Kochende rasch klärt und die koagukierten Eiweißteilchen als grobe Flocken in der Würze schwimmen.
Ein schlechter Bruch ist daran zu erkennen, daß sich die Würze nur sehr langsam klärt und die koagulierten Eiweißstoffe nur sehr langsam in Erscheinung treten.
D
- Drauflassen
-
Einen zweiten Sud auf den ersten Drauflassen, d.h. von oben zusetzen. Entstand als die Gärbottiche noch oben offen waren.
G
- Geläger
-
Im Lager-, bzw. Reifungsgefäß abgesetzte Hefe, die meist durch Trub, Eiweißgerinnsel und Hopfenharze stark verschmutzt ist
- Guß [hl]
-
Der Guß [hl] bezeichnet die Wassermenge die man im Verhältnis zur Malzschüttung benötigt. Er wird unterteilt in Hauptguß, das ist die Wassermenge die man zum Einmaischen benötigt, und die Nachgüsse, die zum Auswaschen des Extraktes aus den Schrotrückständen (den Malztrebern) erfordelich sind.
H
- Hopfen stopfen
-
Ballothopfen oder Hopfenpellers werden dem Bier im Reifetank zugesetzt.
I
- Isobarometer
-
Abfüllgerät für Faßbier. = Iso = gleich bar = Druck Wichtig für den CO2-Gehalt des Bieres.
J
- Jungbier
-
Jungbier nennt man das nach abgeschlossener Hauptgärung in den Lager- oder Reifekeller geschlauchte Bier.
K
- Kaps
-
Kaps, auch manchmal "Stein" genannt, ist ein Trinkgefäß, dass Brauer für sich selbst haben fertigen lassen.
- Kohle
-
heißes Waser in dem der Kaps erwärmt wird, dabei darf der Inhalt nicht verbrennen
Anmerkung: Mancher Braumeister, der seine Leute beim "Schießen" ~ Bier holen heimlich beobachtet hatte, trat dann herzu und verwickelte sie in ein hamloses Gespräch, bis er sicher sein konnte daß der Kaps verbrannt war
- Kräusen
-
Schaum, der sich auf der Oberfläche der angestellten Würze während der Gärung bildet. In der ersten, stürmischen Phase spricht man von Hochkräusen, während die Würze zu Jungbier wird. Ihr Volumen kann bis zu einem Fünftel der angestellten Würzemenge erreichen und ist so bei der Berechnung von Gärbehältern zu berücksichtigen.
- Kühlschiff
-
Flaches Gefäß mit einer ca. 20 cm hohen Umrandung. Diente in alteren Brauereien der Heißtrubausscheidung und Vorkühlung
M
- Malzschrotmühle
-
Schrotmühle zum Zerkleinern des Malzes vor dem Einmaischen.
S
- Satz geben
-
der Anstellwürze Hefe zusetzen
- Schalander
-
der Schalander ist derUmkleide- und Aufenthaltsraum der Brauer.
- Schießen
-
Bier holen
- Schimmel
-
andere Bezeichnung für einen mit Bier gefüllten Kaps. Die Bezeichnung Sc himmel leitet sich von der Schaumkrone ab, die beim Erwärmen des Bieres im Kaps obenauf sichtbar entsteht.
- Schlauchen
-
das im Gärkeller vergorene "Jungbier" in den Lagerkeller verbringen. Dazu wurden früher Schlauchleitungen verwendet. Daher dieser Ausdruck.
- Schlupfen
-
in einen Tank oder Lagerfaß hineinkriechen ~ zur Innenreinigung
- Schlupfkolonne
-
die Reinigungskolonne im Lagerkeller
- Schmieren
-
einen Schluck aus dem Kaps nehmen
- Schrulle
-
Hilfsarbeiter(ungelernt).
- Schüttung [kg]
-
Das ist die Malzmenge die für eine Sud bei der Bierherstellung benötigt wird.
- Schwand
-
Verlust bei der Bierherstellung Beträgt bei größeren Brauereien ca. 12 - 14 % und wird steuerlich festgestellt. Bei kleineren, Klein- und Kleinstbrauereien kann der Schwand sehr viel höher sein.
- Schwanken
-
ein Gefäß reinigen
- Schwarzfahren
-
oberflächlich arbeiten, schludern
- Schwarzfahrer
-
Einer der oberflächlich arbeitet
- Spundapparat
-
Ein Spundapparat wird am sonst verschlossenen Lagertank so angebracht, daß der Überdruck neben dem eingestellten Druck aus dem Tank entweichen kann. Der eingestellte Druck ist gleich dem CO2-Gehalt des Bieres.
- Spundapparat
-
Gerät mit dem der Druck im Bier während der Reifung eingestellt wird. Dadurch wird das Entweichen der sich, während der Nachgärung bildenden Kohlensäure verhindert.
- Spunden
-
ein Gefäß, in dem Jungbier ist, mit einem Spundapparat so zu verschließen, daß die bei der Nachgärung gebildete Kohlensäure im Bier größtenteils gebunden wird.
- Stammwürze [%]
-
Die Stammwürze [%] ist der Extraktgehalt (Zuckerwert), den die Wurze zu Beginn der Hauptgärung hatte.
- Sud [hl]
-
Von Bier sieden abgeleitet ist der Sud die Würzemenge, die in einem Arbeitsgang hergestellt wird.
T
- Treber
-
ausgelaugte Malzschrotrückstände nach dem Abläutern.
- Trub
-
Eiweißverbindungen und Hopfenharze, die im Verlauf der Würzeherstellung ausgeschieden werden. Ihre weitere Verwendung erfolgt meist als Zusatz zum Viehfutter.
Dabei unterscheidet man zwischen Heiß- und Kühltrub. Der Heißtrub wird im Whirlpool ausgeschieden. Der Kühltrub dagegen wird erst im Gärkeller ausgeschieden. Er stellt den weitaus geringeren Anteil am Gesamttrub dar.
Ü
- Überschwänzen
-
wenn die Vorderwürze aus den Trebern abgelaufen ist ,wird der Treberkuchen aufgelockert und mit Wasser übersprüht diesen Vorgang nennt der Brauer Überschwänzen.
- Überschwänzen
-
Die Treber mit Wasser übersprühen, damit sie ausgelaugt werden.
U
- Umhacken
-
den Treberkuchen auflockern.
V
- Verschneidbock
-
Gerät mit mehreren Einläufen, aber nur einem Auslauf, wobei jeder Zulauf einzeln regelbar ist. Der Verschneidbock ist für das einwandfreie Vermischen von Bieren verschiedener Stärke unerläßlich.
- Vorderwürze
-
Extrakt der aus der Maische beim Abläuten gezogen wird [%].
W
- Whirlpool
-
Gefäß zu Ausschlagen der Würze. Ist mit einem seitlichen Einlauf versehen. der düsenartig spitz zuläuft, damit die Würzw in eine schnell kreisende Bewegung versetzt wird. Dabei setzt sich der Trub kegelförmig am Boden ab.
- Wichs
-
Fassreinigung, auch Fassreinigungsmaschine
- Wichsen
-
Lagerfaß oder Tank innen reinigen
Z
- Zeug
-
Hefe
- Zeug geben
-
Mit Hefe einen Sud anstellen
- Zwickel
-
Probenahmehahn der meist Mitte des Lagergefäßes angebracht ist.
- Zwickelbier
-
Naturbelassenes, leicht trübes Bier das reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist.
- Zwickeln
-
Bier aus dem Probenahmehahn entnehmen.