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Die Filtration des Bieres

Dem Filter vorgeschaltet ist im Idealfall ein Biertiefkühler, der das zu filtrierende und vorgekühlte Bier auf -1,2 °C abkühlt, bevor es das Filter durchläuft.

Jetzt scheiden sich Hopfenharze und andere Eiweißverbindungen, die durch die Kälte der Vorkühlung koaguliert sind, aus und bleiben im Filter hängen. Nunmehr kann erst, wenn das Bier unter die Filtrationstemperatur gekühlt wird, eine Trübung auftreten. Deswegen ist die Tiefkühlung vor der Filtration so wichtig!

Die eigentliche Filtration erfolgt in zwei Stufen: Einer vorgeschaltete Grobfiltration folgt eine nachgeschaltete Feinfiltration. Das kann eine Kombination aus Kieselgur- und Schichtenfilter sein. Aber auch Kerzenfilter verschiedenster Bauarten und Kesselfilter sind im Einsatz. Es ist müßig hier in die Tiefe zu gehen, denn die kleineren Brauereien sind gut beraten, wenn sie die Filtration überspringen und stattdessen unfiltriertes Bier ihrer Kundschaft anbieten. Das hat den Vorteil, daß diese Biere voller im Geschmack sind und vor allem sehr gesund.. Das wurde durch eigene Untersuchungen bestätigt

Durch die Filtration erleidet das Bier gewaltige Einbußen, Die Mehrzahl der Inhaltsstoffe wird herausgenommen. Deshalb ist es auch erklärlich, daß unfiltriertes Bier gegenüber dem gleichen Bier, aber filtriert, geschmacklich besser abschneiden. Auch das wurde durch eigene Untersuchungen bestätigt.

Ich hatte bereits darauf hingewiesen, daß, je kälter ein Bier ist, desto mehr Eiweßstoffe, die Trübungen verursachen können, koagulieren und somit ausgeschieden werden können. Das macht man sich zu Nutze, wernn man Biere mit langer Haltbarkeit herstellen will oder muß. Um effektvoll arbeiten zu können muß man dazu den Gefrierpunkt des Bieres kennen.

Dafür hatte Prof. Kolbach 1940 in der Wochenschrift für Brauerei Nr. 57, S. 41 eine Formel aufgestellt. mit der sich der Gefrierpunkt eins Bieres verhältnismäßig leicht errechnen läßt. Man muß dazu wissen, daß folgende Faktoren in die Formel eiinfließen:

Es erniedrigt 1 Gewichtsprozent Alkohol den Gefrierpunkt um 0,42 °C

1 % Stammwürzegehalt erniedrigt den Gefrierpunkt um 0,042 °C

Eine 0,4 %ige CO2-Lösung, wie sie im Bier durchschnittlich vorliegt, erniedrigt den Gefrierpunkt um 0,2 °C.

Daraus ergibt sich folgende Formel:

Ge = 0,42 x A + 0,04 x Est + 0,2

In dieser Formel bedeuten :

Ge = Gefrierpunktserniedrigung [°C]

A = Alkoholgehalt des Bieres [Gew.%]

Est = Extraktgehalt der Stammwürzew (Gew.%]

Beispiel:

Für ein Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 % und einem Alkoholgehalt von 4,8 % errechnet sich nach dieser Formel eine Gefrierpunktserniedrigung von:

0.42 x 4,8 + 0,04 x 12 + 0,2 = 2,7 °C

Der Gerfrierpunkt unseres Beispiel-Bieres erniedrigt sich somit auf -2,7 °C.